Was ist Johanniskraut?

Johanniskraut ist eine Heilpflanze, die seit 2.000 Jahren für ihre positiven Wirkungen bekannt ist. Obwohl sie lange Zeit fast in Vergessenheit geraten war, erlebt sie in den letzten Jahrzehnten ein regelrechtes Revival. Mediziner schätzen sie vor allem für ihre stimmungsaufhellende, antidepressive und beruhigende Wirkung.

Allerdings scheint Johanniskraut auch die Wundheilung zu verbessern, das prämenstruelle Syndrom zu lindern, Burnout-Patienten zu helfen und wird auch gegen Spannungsschmerzen und psychovegetative Störungen eingesetzt. Man spricht von einem sog. Phyto-Psychopharmakon, d.h. einem pflanzlichen Psychopharmakon, das zwar ebenfalls Nebenwirkungen aufweist (keine Wirkung ohne Nebenwirkungen!), aber nicht in dem Maße wie synthetische Präparate.

Im Folgenden findest Du einige Informationen über Johanniskraut, wobei im Einzelfall zu überlegen ist, ob Du bei zutreffenden Beschwerden nicht mit Deinem Arzt darüber sprechen solltest.

Die Pflanze

Johanniskraut ist vor allem in Europa und Westasien zu finden. Bekannt sind fast 400 verschiedene Arten, aber medizinisch interessant ist das Hypericum perforatum L., wie die botanische Bezeichnung lautet. Es handelt sich um eine circa 60 cm hohe krautartige Pflanze mit auffallenden gelben Blüten mit kleinen schwarzen Punkten und einer Vielzahl von durchscheinenden Staubblättern. Sie gedeiht vor allem an trockenen, sonnigen Standorten wie trockenen Wiesen, sonnigen Hängen und an Rändern von Wäldern.

Johanniskraut beginnt „zu Johanni“ zu blühen, d.h. zur Zeit der Sommersonnenwende Ende Juni. Daher resultiert der Name. Obwohl es sich um eine traditionelle Wildpflanze handelt, wird Johanniskraut heute gezielt kultiviert, da die medizinische Wirksamkeit von der Konzentration der Inhaltsstoffe in der Pflanze und von den Böden abhängt. Erhältlich ist es mittlerweile fast ausschließlich als Fertigpräparat auf Basis alkoholischer Auszüge (Dragees, Kapseln etc.). Werden zermahlene Johanniskraut-Blüten mit Olivenöl übergossen, erhält man Johannisöl (Oleum hyperici), das als Wundöl bei Verbrennungen Einsatz findet.

Medizinische Wirksamkeit

Nach wie vor ist nicht geklärt, welche Bestandteile des Johanniskrauts eine Wirkung haben. Die Wirksamkeit ist aber vor allem hinsichtlich leichter bis mittelschwerer Depressionen und Winterdepressionen mittlerweile unbestritten.

Das Interessante ist dabei, dass Johanniskraut im Gegensatz zu chemischen Antidepressiva alle drei relevanten Botenstoffe im menschlichen Gehirn, die Auswirkung auf die Stimmungslage haben, zu beeinflussen scheint: das Dopamin, das Serotonin und das Noradrenalin.

Aufgrund der nachgewiesenen Wirksamkeit ist aber zu berücksichtigen, dass es auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann, vor allem wenn Johanniskraut hochdosiert und über einen längeren Zeitraum angewandt wird. Deswegen findest Du hier in einem kurzen Überblick über Pro & Contra, was aber unbedingt mit dem Arzt abgesprochen werden muss, weil nur dieser die Vor- und Nachteile abwägen kann:

Vorteile:

  • stimmungsaufhellend auf natürlicher Basis
  • keine lebensgefährlichen Nebenwirkungen wie z.B. das Serotonin-Syndrom, das bei bestimmten chemischen Antidepressiva auftreten kann
  • deutlich verträglicher als synthetische Antidepressiva
  • keine Abhängigkeitsgefahr
  • kostengünstig

Contra:

  • pflanzlich heißt nicht unbedenklich
  • mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten (v.a. der Anti-Baby-Pille)
  • gesteigerte Lichtempfindlichkeit (v.a. bei hellhäutigen Personen)
  • eine fortschreitende Depression, die mit chemischen Antidepressiva behandelt werden sollte, wird möglicherweise nicht ausreichend behandelt

Falls Du erwägst, Johanniskraut auszuprobieren, sei nochmals angeraten, dies mit dem Arzt abzusprechen, auch wenn es Präparate frei verkäuflich gibt. Wissenschaftler sind sich mittlerweile einig, dass sich ein Versuch mit dieser jahrtausendealten Heilpflanze lohnen kann.

Was sind Johanniskraut Kapseln?

Johanniskraut Kapseln werden von vielen Herstellern am Markt angeboten. Trotzdem kennen sie viele noch nicht und fragen sich: Was sind Johanniskraut Kapseln? Untersuchungen haben gezeigt, dass die in der Drogerie angebotenen Johanniskraut Präparate oft zu niedrig dosiert sind, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. In der Apotheke bekommst du höher dosierte Präparate und natürlich auch eine umfassende Beratung, wie du die Johanniskraut richtig anwendest.

Inhaltsstoffe, Dosierung und Anwendungsgebiete von Johanniskraut Kapseln

Johanniskraut Kapseln enthalten den Wirkstoff Johanniskraut. Dieses Arzneimittel wird in den Bereich der pflanzlichen Arzneimittel mit antidepressiver Wirkung eingeordnet. In der Regel wird das Johanniskraut als Trockenextrakt zugefügt. Willst du mit dem Medikament leichte bis mittelschwere Depressionen behandeln, sind diese verschreibungspflichtig. Ohne Rezept erhältst du die Kapseln in der Apotheke nur in geringerer Dosierung. Sie versprechen dann eine Besserung des allgemeinen Wohlbefindens vor allem bei leichten Verstimmungen.

Die Johanniskraut Kapseln gibt es meist mit 180 bis 300 mg Wirkstoff. Höhere Dosierungen sind ebenfalls erhältlich, aber in der Regel verschreibungspflichtig. Am besten besprichst du im Vorfeld mit deinem Arzt, welche Dosierung in deinem Fall geeignet ist.

Anwenden kannst du Johanniskraut Kapseln dann bei verschiedenen Problemen. Einige Beispiele sind:

  • Leichte und vorübergehende depressive Störungen.
  • Leichte bis mittelschwere depressive Störungen.
  • Besserung des Allgemeinbefindens bei nervlicher Belastung.

In letzterem Fall kannst du die Johanniskraut Kapseln in nidriger Dosierung auch schon für deinen Nachwuchs (ab zwölf Jahren) verwenden. Auch hier solltest Du aber unbedingt vorher mit einem Arzt sprechen.

Was du bei der Einnahme von Johanniskraut Kapseln beachten solltest

Johanniskraut Kapseln können die Wirkung anderer Medikamente verstärken oder herabsetzen. Deshalb solltest du sie nicht gemeinsam mit

  • Immunsuppressiva,
  • Arzneimitteln gegen HIV-Infektionen,
  • Zytostatika oder der
  • Antibabypille

einnehmen. Auch bei einer bereits bekannten Allergie gegen Johanniskraut solltest du auf die Kapseln verzichten. Gleiches gilt während der Schwangerschaft und Stillzeit, denn dazu gibt es noch nicht ausreichend Untersuchungen zur Wirkung des Johanniskrauts.

Die Johanniskraut Kapseln solltest du stets nach Anweisung des Arztes, zum Beispiel zwei oder drei Mal pro Tag einnehmen. Achte auch darauf, dass die Zeiten, zu denen du die Kapseln einnimmst, nicht zu stark variieren. Mit mindestens vier bis sechs Wochen Behandlung musst du rechnen, um erste Ergebnisse, insbesondere bei gering dosierten Johanniskraut Kapseln, zu sehen.

Die Informationen auf dieser Seite sind nur für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und stellen keine Diagnose- oder Therapieanweisungen dar. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht einer Erkrankungen sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker.

Wo ist Johanniskraut drin?

Johanniskraut kann mitunter eine starke Wirkung entfalten. Es ist deshalb wichtig zu wissen: Wo ist Johanniskraut drin? Hier erfährst du, in welchen Produkten das Kraut in welcher Dosis enthalten ist.

In diesen Produkten ist Johanniskraut enthalten

Grundsätzlich gilt: Wenn ein Produkt Johanniskraut enthält, ist dies klar gekennzeichnet. Wer sich also unsicher ist, kann einfach einen Blick auf die Verpackung werfen und erkennt auf den ersten Blick, ob das Kraut enthalten ist. Meist enthalten medizinische Präparate wie etwa Pillen Johanneskraut, doch auch in Tee oder sogar in Bonbons kann es in geringen Dosen vorhanden sein. Natürlich ist es auch in Johanneskraut-Extrakt enthalten.

  • Kräuterbonbons
  • Tee
  • Extrakte
  • Medikamente

Vor allem bei den Medikamenten sollte genau hingesehen werden, da die Dosierung von Präparat zu Präparat mitunter sehr unterschiedlich sein kann.

Medikamente mit Johanniskraut

Es gibt eine Vielzahl von Medikamenten, die das wirkungsvolle Kraut enthalten. Darunter einfache Johanniskrautkapseln oder Extrakte sowie Filmtabletten und sogar Pflaster. Hersteller sind meist Telesept, Kneipp, Remifin oder Abtei.
Übrigens: Nicht alle Medikamente, die Johanniskraut enthalten, sind frei verkäuflich. Einige Präparate werden zwar in der Drogerie angeboten, viele sind jedoch verschreibungspflichtig und sollten ohnehin erst nach Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. Dasselbe gilt auch für freiverkäufliche Mittel, da diese vor allem in Kombination mit anderen Präparaten wie etwa der Pille zu Problemen führen können.

Weitere Anwendungsbereiche von Johanniskraut

Johanniskraut ist in Tee, Medikamenten, Extrakten und vielen anderen Dingen enthalten. Was viele nicht wissen: Das Kraut ist auch in der Salbenküche zu finden, wo es beispielsweise zu Johanniskrautsalbe verarbeitet wird und der schnelleren Abheilung von Wunden dient. Kurz gesagt: Johanniskraut ist ein echtes Wundermittel, dass in ziemlich vielen Produkten zu finden ist und dort die unterschiedlichsten Aufgaben erfüllt. Sei es in Kräuterbonbons, wo es dem besseren Geschmack dient, in Medikamenten, wo es unter anderem gegen Depressionen hilft oder schmerzlindernden Salben und Extrakten aller Art.

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Johanniskraut – wie viel ist erlaubt?

Wie bei jedem pflanzlichen Arzneimittel kommt es auch beim Johanniskraut auf die richtige Dosierung an. Doch welche Tagesdosis an Johanniskraut für dich wichtig und richtig ist, lässt sich nicht so einfach festlegen. Die Meinungen unter den Experten gehen hier weit auseinander, unter anderem abhängig davon, wie oft die Einnahme stattfindet und welche Erkrankungen du damit behandeln willst. Gängige Expertenmeinungen sprechen von einer optimalen Dosierung, wenn du

  • 3 x täglich 300 mg Johanniskraut zu dir nimmst,
  • 1 x täglich 900 mg Johanniskraut einnimmst oder
  • 500 bis 1.000 mg Johanniskraut als Tagesdosis wählst.

Die Unterschiede sind hier also gewaltig, sodass du überlegen solltest, welche Variante für dich am ehesten infrage kommt.

<h2>Einmalige Dosis oder mehrere Einnahmen?</h2>

Viele im Handel erhältliche Johanniskraut-Präparate werden mit einer Dosierung von 300 mg angeboten. Du kannst hier also auf die am häufigsten empfohlene Tagesdosis von 900 mg Johanniskraut durch die Einnahme von drei Tabletten, Dragees oder Kapseln kommen. Diese Dosis kannst du auf

  • drei Einnahmen – morgens, mittags und abends,
  • zwei Einnahmen – morgens und abends oder
  • eine Einnahme – morgens

aufteilen. Wenn du nur zwei Einnahmen planst, solltest du die größere Dosis am Morgen einnehmen. Bei einer einmaligen Einnahme erhöhst du die Sicherheit bei der Anwendung, da du sie nicht so schnell vergisst. Dafür sprechen auch bisherige Annahmen, die von einer Halbwertzeit von 25 Stunden für die Inhaltsstoffe ausgehen. Innerhalb dieses Zeitraums ist erst die Hälfte der Wirkstoffe abgebaut.

Neuere Erkenntnisse zeigen, dass diese Halbwertzeit aber nur für das enthaltene Hypericin gilt. Die Halbwertzeit beim Pseudohypericin liegt dagegen nur bei 15 Stunden, die von Hyperforin sogar nur bei neun Stunden. Eine Halbwertzeit für das gesamte Extrakt aus dem Johanniskraut kann also nicht angegeben werden, da zu viele einzelne Inhaltsstoffe mit unterschiedlichen Halbwertzeiten enthalten sind.

Achtung: Hoch dosiertes Johanniskraut nur unter ärztlicher Aufsicht

Mittlerweile finden sich auch einige Johanniskraut-Präparate mit extrem hoher Dosierung von bis zu 1.800 mg. Diese solltest du aber nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden, wenn überhaupt. Derzeit werden diese hohen Dosen bei schweren Depressionen getestet. Zur Selbstmedikation solltest du dagegen bei der maximalen Tagesdosis von 900 mg, höchstens 1.000 mg Johanniskraut bleiben. Und auch hier nur, wenn du nicht zu der Risikogruppe gehörst, die in unserem Ratgeber Johanniskraut beschrieben wird

Die Informationen auf dieser Seite sind nur für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und stellen keine Diagnose- oder Therapieanweisungen dar. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht einer Erkrankungen sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker.

Ab wann wirkt Johanniskraut?

Eines der besten und wirkungsvollsten Naturheilmittel bei nervösen Beschwerden, Unruhe und Schlaflosigkeit überhaupt: Johanniskraut.
Die in Europa wachsende Pflanze wächst vorrangig auf trockenen Böden, auf Heiden sowie auf Trockenrasen. Angebaut und geerntet für medizinische Zwecke wird sie in Ungarn, Neuseeland und Asien. Verwendet werden die oberhalb dem Erdreich wachsenden Teile, die wertvollen Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Gerbstoffe, ätherisches Öl und Hypericine.
Die im Johanniskraut enthaltenen Hypericine sind der hauptverantwortliche Wirkstoff für die nervenberuhigenden Eigenschaften der Pflanze. Sämtliche Inhaltsstoffe zusammen vermindern den Anstieg von Cortisol bei Stress und begünstigen dadurch die Melatonin-Ausschüttung. Rotes Johanniskrautöl hat sich als pflanzliches Heilmittel bei Nervenleiden besonders gut bewährt, zudem entfaltet es eine entzündungshemmende Wirkung.

Anwendung, Dosierung, Wirkung

Dieses wertvolle pflanzliche Heilmittel kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt werden. Innerlich hilft es überwiegend bei depressiven Verstimmungen, Angst und nervöser Unruhe, außerdem kann es bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden.

Äußerlich wirkt es lindernd und heilend bei Verbrennungen, stumpfen Verletzungen und Muskelschmerzen. Als Ölkonzentrat beruhigt es gereizte Haut und beschleunigt zahlreiche Heilungsprozesse.

Das Heilkraut wird in Form von Kapseln, Tee, Saft und Tropfen zur Verwendung angeboten. Bei Schlafstörungen hat sich die Verwendung in Teeform bewährt.

Ab wann wirkt Johanniskraut

Da es sich beim Johanniskraut um ein pflanzliches Heilmittel handelt, muss es über einen längeren Zeitraum eingenommen werden um eine positive Wirkung zu erkennen. Meist sind nach zwei bis drei Wochen regelmäßiger Einnahme erste spürbare Erfolge zu verzeichnen. Um einen dauerhaften Erfolg damit zu erzielen, sollte das Produkt mehrere Monate verabreicht werden.
Solltest Du zu den hellhäutigen Menschen zählen, so musst Du während einer Therapie mit Johanniskraut mit erhöhter Lichtempfindlichkeit rechnen.
Daher während dieser Zeitspanne unbedingt Sonnenbäder meiden.

Wenn Du regelmäßig andere Medikamente einnimmst, solltest Du vor der Einnahme von Johanniskraut in jedem Fall einen Arzt um Rat fragen. Johanniskraut kann den Wirkstoffspiegel verschiedener Arzneien negativ beeinflussen.

Fazit: Wer unter leichten Depressionen, innerer Unruhe oder Nervosität leidet, der ist beim Johanniskraut an der richtigen Adresse. Allerdings muss Dir auch klar sein, dass die Heilpflanze nicht sofort wirkt, wie das bei chemischen Präparaten üblich ist.
Bei längerer Einnahme wird man allerdings von den positiven Eigenschaften dieser Pflanze angetan sein. Zudem werden bei der Verwendung von Johanniskraut kaum unangenehme Nebenwirkungen auftreten.

Wie schnell wirkt Johanniskraut?

Johanniskraut wird vorwiegend als natürlicher Stimmungsaufheller bei leichten bis mittelschweren Depressionen eingesetzt. Du kannst es als Alternative zu klassischen Antidepressiva ansehen, die weniger Nebenwirkungen mit sich bringt und auch keine erhöhte Suchtgefahr aufweist. Lediglich eine sofortige Stimmungsaufhellung darfst du vom Johanniskraut nicht erwarten, übrigens ebenso wenig wie von klassischen Antidepressiva. Wenn es dir aber grade akkut schlecht geht, ist eine berechtigte Frage: Wie schnell wirkt Johanniskraut eigentlich?

Wann setzt die Wirkung von Johanniskraut ein?

Um das Johanniskraut mit klassischen Antidepressiva hinsichtlich der schnellen Wirksamkeit zu vergleichen, haben wir folgende Punkte zusammengestellt:

Wirkung Klassische Antidepressiva Johanniskraut Dämpfung (Beruhigung) Sofort Gar nicht Aktivierung Sofort Gar nicht Stimmungsaufhellung Ein bis drei Wochen Ein bis drei Wochen

Gerade der letzte Punkt überrascht doch sehr, da du es von chemischen Arzneimitteln gewohnt bist, dass sie sehr schnell wirken. Bei Antidepressiva ist das hinsichtlich der Stimmungsaufhellung aber nicht der Fall. Sie wirken genauso schnell oder auch langsam wie das Johanniskraut. Dafür kannst du beim Johanniskraut darauf bauen, dass du weder beruhigt, noch aktiviert wirst, sondern ganz du selbst bleibst.

Vielen Patienten fällt es schwer, sich so lange in Geduld zu üben, deshalb haben sich bei der Behandlung von depressiven Verstimmungen und leichten Depressionen in der Anfangsphase unterstützende Mittel etabliert. Das sind vor allem

Als natürliche Unterstützung:

  • Baldrian
  • Hopfen
  • Melisse als natürliche Unterstützung

Als chemische Unterstützung:

  • Neuroleptika (sedierend)
  • Benzodiazepin-Tranquilizer (beruhigend, Angst lösend)

Die chemische Unterstützung kommt vor allem bei schwereren Depressionen zum Einsatz, die natürlichen Mittel solltest du bei leichten Depressionen ergänzend einnehmen.

Lohnt es sich auf Johanniskraut zu setzen?

Wenn du dich jetzt fragst, ob es sich überhaupt lohnt, auf Johanniskraut zu setzen, wo es doch keine schnellere Wirkung als klassische Antidepressiva verspricht, solltest du dir die Vorteile der Heilpflanze vor Augen führen. Du läufst nicht Gefahr, abhängig vom Johanniskraut zu werden. Du musst keine schweren, unangenehmen körperlichen Nebenwirkungen befürchten. Du kannst ganz du selbst bleiben und wirst nicht zu stark beruhigt oder sediert und auch nicht übermäßig aktiviert.

Wenn Du dich noch mehr über Johanniskraut informieren möchtest, findest Du tiefere Informationen in unserem Ratgeber Johanniskraut

Wo wächst Johanniskraut?

Das Johanniskraut ist zweifelsohne eine der bekanntesten heimischen Heilpflanzen. Wenn du es nutzen willst, um gegen depressive Verstimmungen, gegen Ängste und nervöse Unruhe vorzugehen oder gar gegen rheumatische Schmerzen, musst du nicht zwingend auf fertige Präparate aus der Apotheke zurückgreifen. Du kannst dir einen Tee aus Johanniskraut oder ein Johanniskraut-Öl, auch als Rotöl bekannt, einfach selbst herstellen. Dafür musst du nur die Pflanzen sammeln, die von Juni bis September blühen.

Wo wächst Johanniskraut?

Das Johanniskraut zählt zu den Mitsommergewächsen, hat seinen Namen sogar vom Johanni-Tag am 24. Juni erhalten. Ab dieser Zeit nämlich beginnen die Pflanzen, ihre kräftigen Blüten zu öffnen. In der Regel findest du das Johanniskraut an Wegrändern und trockenen Wiesen. Aber auch in lichten Wäldern stößt du häufig auf die Pflanze, die durch ihre strahlend gelben Blüten charakterisiert wird. Du kannst sie auch einfach an der Reibeprobe erkennen. Dafür nimmst du einige Blüten und zerreibst sie zwischen deinen Fingern. Entsteht dabei ein rötlicher Saft, der austritt, kannst du davon ausgehen, dass du das Johanniskraut gefunden hast.

Kann ich Johanniskraut auch selbst anbauen?

Willst du dich nicht auf wild gesammeltes Johanniskraut alleine verlassen, kannst du es ebenso in deinem Garten anbauen. Alles, was du brauchst, ist ein sonniger Standort und idealerweise einen kalkreichen Boden. Du kannst Johanniskraut auch auf steinigen Plätzen anpflanzen, da die Pflanze sehr pflegeleicht ist und kaum Nährstoffe braucht. Lediglich die Sonne ist für das Johanniskraut wichtig.

Wenn du Johanniskraut selbst aussäen willst, kannst du damit im Frühjahr beginnen. Ob du die Samen zunächst im Anzuchttopf aussäst oder im Freiland, bleibt dir überlassen. Sie müssen auf jeden Fall dünn mit Erde bedeckt und feucht, aber nicht nass gehalten werden.

Hast du das Johanniskraut zunächst im Anzuchttopf großgezogen, kannst du die etwa zehn Zentimeter hohen Pflanzen dann im Abstand von 15 Zentimeter im Freiland auspflanzen. Zwar ist es grundsätzlich auch möglich, dass du die Samen erst im Hochsommer aussäst, aber du darfst dann erst im nächsten Jahr mit der ersten Blüte rechnen.

Grundsätzlich ist das Johanniskraut zu den mehrjährigen Pflanzen zu zählen, einmal ausgesät, hast du also recht lange Freude daran. Dennoch wächst es nach drei bis vier Jahren am gleichen Standort oft nicht mehr so üppig. Nach dieser Frist solltest du deshalb den Standort für das Johanniskraut im eigenen Garten wechseln.

Wenn Du mehr über diese großartige Pflanze erfahren möchtest, bist Du in unserem Ratgeber Johanniskraut richtig.

Wann wirkt Johanniskraut?

Viele Menschen und es werden immer mehr, halten den hohen Zielen im Beruf und in der Familie nicht mehr stand. Als Folgeerscheinungen treten Abgeschlagenheit, Nachlass der Konzentration, Nervosität und Missbehagen auf. Werden diese störenden Faktoren nicht einer Behandlung unterzogen oder die Ursachen beseitigt, können im schlimmstenfalls Depressionen entstehen.

Johanniskraut ist ein natürlicher Helfer bei Verstimmungen. Diese können verschiedenartige Ursachen besitzen:

  • Veränderungen im hormonellen Bereich
  • Partnerschaftliche Probleme
  • Geringe Lichtzufuhr während der Winterzeit
  • Kletternde Lebensanforderungen
  • Übermäßige Reizeinwirkung
  • Erkrankungen des Körpers

Liegt eines der erwähnten Probleme vor, kann Johanniskraut ein wichtiger Helfer sein. Es lindert nervlich bedingte Reize wie Furcht, Panik oder Aufregung. Vorteil beim Johanniskraut im Gegensatz zu einer Menge anderen Medikamenten: Es macht nicht süchtig und ist sehr gut für den Körper verträglich. Medikamente die Johanniskraut als Inhaltsstoff haben, sind von hoher Bedeutung bei der Behandlung von Depressionen. Bei geringen oder mittelschweren Depressionen ist die Wirkung des Extraktes ebenso positiv wie viele synthetischen Mittel. Das konnte in verschiedenen Studien nachgewiesen werden. In diesen Studien vertrugen Patienten Johanniskraut wesentlich besser als die Vergleichsmedikation. Johanniskraut vermittelt Ruhe, Gelassenheit und Widerstandskraft im Umgang mit Alltagsstress.

Seine volle Wirksamkeit erreicht das Arzneimittels nach etwa 2 Wochen regelmäßiger Einnahme. Ein Therapieerfolg nach einer Woche ist ein Glücksfall, zwei bis drei Wochen eher der Regelfall. Johanniskraut ist ein guter Helfer gegen Winterdepression. Es gibt viele Symptome, die auf eine solche Verstimmung hindeuten können. Sollten Sie in der kalten Jahreszeit Ermüdung, Lust auf Süßes, Niedergeschlagenheit oder eine Gewichtszunahme erleben, kann das auf eine saisonale abhängige Depression hindeuten. Diese starten normalerweise im Herbst und enden im Frühjahr. Johanniskraut kann dabei helfen, die Symptome zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

Die Anwendung von Johanniskraut ist nicht nur auf Kapseln beschränkt. Es wird auch als Tinkturen, Tees oder sogar Öl benutzt um die Stimmung zu verbessern.

Vor der Einnahme von Johanniskraut ist es sinnvoll, Ihren Arzt zu besuchen. In jedem Fall sollten sie beachten, dass Johanniskraut:

  • Erhöhte Hautempfindlichkeit verursachen kann
  • Die Sonnenbrandgefahr erhöhen kann
  • Bei Einnahme von Anti-Depressiva kein Johanniskraut eingenommen werden darf
  • Es zu problematischen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen kann.

Weitere umfassende Informationen zum Thema Johanniskraut finden Sie auf unserer Ratgeberseite.

Wie sieht Johanniskraut aus?

Johanniskraut ist vor allem als natürlicher Stimmungsaufheller bekannt. Im Handel finden sich entsprechende Präparate, die du anwenden kannst. Du kannst Johanniskraut aber auch selbst sammeln und daraus zum Beispiel einen Tee oder ein Öl herstellen. Dafür musst du jedoch wissen: Wie sieht Johanniskraut aus. Die wichtigsten Merkmale der Pflanze zeigen wir dir im Folgenden kurz auf:

  • Höhe bis zu einem Meter
  • Stängel sehr verzweigt
  • Blätter sind gegenständig angeordnet und eiförmig bis linealisch
  • Blätter sind mit zahlreichen Drüsen auf der Oberfläche versehen – du erkennst sie als durchscheinende Punkte
  • Blütenfarbe: Goldgelb
  • Blüten sind mit langen Staubblättern versehen
  • Blüten weisen ebenfalls helle oder dunkle Drüsen auf
  • Johanniskraut bildet eiförmige, vielsamige Kapseln als Früchte aus

Weitere Merkmale, an denen du Johanniskraut erkennst

Außerdem kannst du Johanniskraut beim Zerreiben der Blüten zwischen den Fingern erkennen. Dann nämlich sondern sie einen rötlichen Saft ab, der deine Hände färbt. Das Johanniskraut blüht von Juni bis September und wird botanisch gesehen den Johanniskrautgewächsen zugeordnet.

Vorwiegend findest du die Pflanzen in Europa und Westasien, wo sie sich vor allem an Wegrändern, auf trockenen Wiesen und in lichten Wäldern wohlfühlen.

Diese Pflanzenteile kannst du verwenden

Johanniskraut gehört zu den Pflanzen, von denen du fast alle Pflanzenteile verwenden kannst. Lediglich die Wurzel wird arzneilich nicht genutzt. Dabei enthält Johanniskraut 0,1 bis 0,3 Prozent rote Farbstoffe, sogenannte Napthodianthrone. Zu diesen zählen Hypericin und Pseudohypericin. Ebenfalls enthalten sind Flavonoide und Phloroglucinderivate, zu denen Hyperforin zählt.

Wogegen kannst du Johanniskraut verwenden?

Johanniskraut ist vor allem für seine stimmungsaufhellende Wirkung bekannt. Dabei kann das Kraut viel mehr. Leidest du unter nervöser Unruhe oder Angstzuständen, lassen sich beide Zustände mit Johanniskraut lindern. Zudem kannst du das Öl der Pflanze äußerlich anwenden. Dort wirkt es entzündungshemmend, etwa bei frischen Wunden, und kann sogar trockene, schuppige Haut beruhigen. Selbst bei Neurodermitis wird das Öl mittlerweile getestet. Außerdem soll Johanniskraut bei Gicht und Rheuma hilfreich sein, ebenso beim Hexenschuss.

Mehr Informationen bekommst Du in unserem Johanniskraut Ratgeber.

Wie viel mg Johanniskraut kann ich pro Tag zu mir nehmen?

Gerade wenn du unter Depressionen leidest oder andere Gründe hast, aus denen du nach natürlichen Stimmungsaufhellern suchst, wirst du früher oder später über das Johanniskraut stolpern. Es gilt als natürlicher Stimmungsaufheller und wird häufig bei leichten Depressionen, Schwermut, nervöser Unruhe, Ängsten oder depressiver Verstimmung empfohlen. Auch Stimmungsschwankungen kannst du mit Johanniskraut auf sanfte und natürliche Weise bekämpfen.

In Studien wurden Probanden mit Johanniskraut und andere mit Citalopram, einem Phytopharmakon aus der Kategorie der Antidepressiva, behandelt. Die Unterschiede waren deutlich. Während das Johanniskraut sehr gut vertragen wurde, traten bei der Behandlung mit Citalopram Nebenwirkungen, wie Sehstörungen oder Übelkeit, auf. Dennoch gibt es beim Johanniskraut auch einige Punkte zu beachten:

  • Einnahme von Johanniskraut kann die Wirkung anderer Medikamente hemmen
  • Bei der Behandlung mit Johanniskraut solltest du dich keiner intensiven Sonnenbestrahlung aussetzen – das kann leicht zu Hautentzündungen führen
  • Außerdem solltest du während der Behandlung auf Besuche im Sonnenstudio verzichten

Johanniskraut – welche Dosierung ist günstig?

In den oben erwähnten Studien wurden die Patienten mit hoch dosiertem Johanniskraut behandelt. Sie erhielten eine tägliche Dosis von 900 mg. Auch bei den im Handel erhältlichen Extrakten kannst du eine solch hohe Dosierung finden, in der Regel beginnt sie bei 300 und endet bei 900 mg. Die besten Ergebnisse kannst du aber bei einer täglichen Dosis zwischen 425 und 900 mg erreichen.

Wenn du Johanniskraut als Arzneitee anwenden willst, solltest du mindestens zwei bis vier Gramm Tee pro Tag trinken. Der Tee aus den Blüten und Blättern der Pflanze lässt sich schnell zubereiten. Einfach eineinhalb Teelöffel auf eine Tasse Wasser geben und alles kurz aufkochen lassen. Am besten lässt du den Tee aus Johanniskraut 15 Minuten ziehen. Danach wirkt er gut gegen migräneartige Kopfschmerzen und Migräne selbst. Zusätzlich kannst du mit Johanniskraut in Teeform die Gallentätigkeit fördern und deinen Appetit anregen. Ebenso wirkt der Tee gegen Blähungen.

Johanniskraut eignet sich auch für die äußere Anwendung

Im Handel findest du ebenfalls Johanniskraut-Öl. Es wird äußerlich angewendet und kann bei Entzündungen und Schmerzen eingesetzt werden. Rheumatische Schmerzen, Gicht, Hexenschuss, Prellungen oder frische, ja sogar blutende Wunden kannst du damit behandeln.

Innerlich angewendet kann das Öl ebenfalls stimmungsaufhellend wirken. Hier empfiehlt sich eine Dosis von einem halben Teelöffel, den du zwei bis drei Mal pro Tag einnehmen solltest. Allerdings wird die Wirkung erst nach einigen Monaten einsetzen, du brauchst also Geduld.

Mehr Informationen über Johanniskraut findest Du in unserem Ratgeber Johanniskraut.